Krank im Beruf - Was Beschäftigte beachten müssen

von Emil Löxkes in Gesetze und Vorschriften

Hier wichtige Fragen und Antworten rund um den Themenbereich der Krankschreibung:

Wann muss sich der Arbeitnehmer krankmelden?
Der Arbeitnehmer muss dem Arbeitgeber die Arbeitsunfähigkeit und der voraussichtliche Dauer „unverzüglich“ mitteilen, dies regelt das Gesetz. „Das Gebot der Höflichkeit führt dazu, dass man das schon frühzeitig tun sollte, damit der Arbeitgeber planen kann“, so die Aussage eines Fachanwaltes für Arbeitsrecht. „Aber spätestens vor dem üblichen Dienstbeginn muss ich dem Arbeitgeber mitteilen, dass ich arbeitsunfähig bin“.

Auf welchem Weg muss sich der Arbeitnehmer arbeitsunfähig melden?
Das kann in jedem Betrieb individuell festgelegt werden. Die erste Information des Arbeitnehmers ist aber oft formlos. Anders ist es bei der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vom Arzt: Die muss dem Arbeitgeber im Original vorgelegt werden.

Wann muss die ärztliche Bescheinigung beim Arbeitgeber sein:
Auch das steht im Gesetz: Nach dem dritten Tag der Arbeitsunfähigkeit, also an Tag vier, muss die Bescheinigung beim Arbeitgeber sein. Das Wochenende zählt dabei mit. Wer am Freitag fehlt, muss am Montag also die Bescheinigung vorlegen. Aber Vorsicht: Der Arbeitgeber darf von der gesetzlichen Regelung abweichen und von Arbeitnehmern schon ab dem ersten Tag eine Bescheinigung verlangen oder im Arbeitsvertrag eine andere Frist festlegen.
Wie muss ich mich verhalten, wenn ich krankgeschrieben bin?
Der Arbeitnehmer darf alles tun, was seine Genesung nicht verzögert und seiner Krankheit angemessen ist. „Wenn jemand einkaufen geht, muss das nicht heißen, dass er sich genesungswidrig verhält oder gar nicht arbeitsunfähig war.“ Er darf auch zum Essen ausgehen.

Sollte der Arbeitnehmer wieder zur Arbeit kommen, wenn er sich gut fühlt, aber noch krankgeschrieben ist?
Eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung dokumentiert nur die vom Arzt erwartete maximale Dauer der Erkrankung. Wenn sich der Arbeitnehmer schon vorher wieder vital fühlt, kann er auch zur Arbeit gehen. Er muss aber nicht, sofern er sich weiter schont.

Kann Arbeitsunfähigkeit zur Kündigung führen?
Ja. „Arbeitsunfähigkeit ist ein klassischer Kündigungsgrund“, sagt der Arbeitsrechtsanwalt. Es sei ein weit verbreiteter Irrtum, dass dem Arbeitnehmer nicht während und wegen einer Krankheit gekündigt werden könne. Aber die Anforderungen dafür sind hoch. Für den Arbeitgeber darf es nicht mehr zumutbar sein, den Arbeitnehmer weiter zu beschäftigen. Diese so genannte Zumutbarkeitsgrenze sehen Gerichte aber in der Regel erst überschritten, wenn der Arbeitnehmer drei Jahre in Folge mehr als sechs Wochen im Jahr arbeitsunfähig war.