Fachinformationen

International Food Standard (IFS) - ein Stück Sicherheit mehr für den (Groß)Verbraucher

Der Lebensmittelhandel bietet erstmalig einheitliche Standards für die Lieferanten von Eigenmarken

Zielsetzungen des IFS

Nicht zuletzt unter dem Druck strenger Qualitätsansprüche seitens der Verbraucher und letztlich der Frage, wie die Sicherheit bei Lebensmitteln von den Produzenten und dem Handel gewährleistet werden kann - hier denke man an die Lebensmittelskandale der letzten Jahre (BSE beim Rindfleisch, Hormone im Kalbfleisch, Acrylamid in Pommes Frites), haben deutsche Einzelhändler im Jahr 2002 den IFS -International Food Standard entwickelt. Grundlage ist die Good Food Safety Initiative (GFSI), die 2000 zur Verbesserung der Lebensmittelsicherheit durch den Wirtschaftsverband CIES gegründet wurde. Immer stärkere Anforderungen der Verbraucher, die zunehmende "Gefahr" von Schadenersatzansprüchen sowie die Globalisierung der Warenströme machten also - aus der Sicht des Handels - die Entwicklung eines einheitlichen Standards notwendig. Zielvorgabe war es, einen internationalen Sicherheitsstandard für Unternehmen, die den Handel mit Eigenmarken beliefern, festzulegen. Es sollte eine Beurteilungsgrundlage für alle Eigenmarkenhersteller geschaffen werden, einheitliche Formulierungen und Durchführung der Audits, gegenseitige Anerkennung der durchgeführten Audits und damit eine hohe Transparenz innerhalb der gesamten Lieferkette. Der IFS wurde in die Bundesvereinigung Deutscher Handelsverbände e.V. eingebracht und vom gesamten deutschen Handel anerkannt.

Handel fordert Zertifizierung

Der Anteil von Eigenmarken, die im Auftrag für Einzelhändler und große Handelsketten produziert werden, nimmt zu. Damit gelten auch für sie als In Verkehrbringer von Lebensmitteln die gleichen Sicherheits- und Qualitätsanforderungen wie für alle anderen Lebensmittelproduzenten. Um diesen Ansprüchen gerecht zu werden, d.h. eine gleich bleibende, vergleichbare und sichere Lebensmittelqualität zu garantieren, fordern jetzt die meisten der Eigenmarkenproduzenten eine Zertifizierung nach dem International Food Standard. In Deutschland unterstützen alle Einzelhandelsfirmen, die im BDH -Ausschuss Lebensmittelrecht und Qualitätssicherung mitarbeiten den IFS - wie etwa die Firmen Metro, REWE, Edeka, Aldi, Tengelmann, tegut …, AVA, Globus, Markant, Lidl, Spar.

Ziel ist es, dass der IFS in ganz Europa zum Standard wird.

Aufbau des IFS

Der Internationale Food Standard setzt sich zusammen aus Qualitätsmanagement, HACCP und Gute Handelspraxis (GHP) und erfüllt die aktuellen Anforderungen der Europäischen Union, so u.a. auch die Rückverfolgbarkeit von Produkten. Die entsprechende EU-Verordnung Nr. 178/2002 trat am 01.01.2005 in Kraft.

Dass der IFS in seinem Aufbau und grundlegenden Anforderungen der DIN EN ISO 9001:2000 folgt, ist für die zahlreichen Unternehmen, die nach dieser Norm zertifiziert sind, sehr wichtig, für Betriebe ohne QM -System ist es nicht einfach, diesen Anforderungen zu genügen.

Weitere Standards

Neben dem IFS wurden von der GFSI weitere Standards für die Lebensmittelbranche anerkannt. Zur Harmonisierung dieser Standards auf eine weltweit anerkannte Norm wurde die ISO 22000 geschaffen. Dieser Standard deckt im Wesentlichen die Anforderungen der Einzelhandelsstandards ab und ist auf die gesamte Lieferkette anwendbar. Er baut ebenso wie der IFS auf der ISO 9001:2000 auf - unter der Berücksichtigung der Guten Herstellungspraxis und HACCP.

Zertifizierungsstellen IFS

Es gibt verschiedene zum IFS zugelassene Zertifizierungsstellen in Deutschland und Europa. Die Zertifizierungsstelle muss u.a. eine Akkreditierung nach EN 45011 vorweisen können.